Buchsbaumzünsler: Kahlfraß durch Raupe aus Asien

Ein Zünsler kommt selten allein: Wenn der Buchsbaum kleine kahle Stellen aufweist, war wahrscheinlich der Buchsbaumzünsler da. Der Schädling, der aus Asien importiert wurde, breitet sich immer mehr in den heimischen Gärten aus. Was zu tun ist, wenn sich der Buchsbaumzünsler durch die Gärten frisst und wie man ihm den Garaus machen kann.

Von Andrea Schwarzmeier

„Der Buchsbaunzünsler bedroht unsere heimischen Pflanzen. Er ist weit verbreitet“, berichtet die Vorsitzende des Gartenbauverein Mariele Brunner.  Eine kleine nimmersatte Raupe frisst sich derzeit landauf und landab durch die heimischen Gärten und sorgt für Kahlfraß. „Wir als Gartenbauverein wollen die Gärtner aufklären“, sagt Brunner. Die Buchspflanzen sind eine der ältesten Kulturpflanzen im Gartenbau. Die Pflanze mit der langen Tradition sei wieder verstärkt in Mode gekommen. Der Buchs hat eine Geschichte, die bis auf 1500 Jahre zurückgreift. Der Buchs kann vielfältig verwendet werden, als frei  wachsende oder geschnittene Hecke, als Formgehölz, für Unterpflanzungen unter Bäume oder als Kübelpflanzen. „Der Buchs findet vor allem auch Verwendung in Parks oder auf Friedhöfen“, sprach die Gartenbauvereinsvorsitzende.

“Der Buchsbaumzünsler ist weit verbreitet.” Mariele Brunner die Vorsitzende des Gartenbauvereins macht sich Sorgen. (Foto: A. Schwarzmeier)

Die Buchspflanze ist  bei der Gartengestaltung beliebt, weil er geringe Ansprüche an Standort und Pflege hat. Jahrelang galt der Buchs als wenig anfällig für Krankheiten und Schädlinge. Zwar konnten in manchen Jahren Schildläuse, Spinnmilben, der Buchsbaumblattfloh oder die Buchsbaumgallmücke  oder den Buchsbaumpilz Schwierigkeiten bereiten, jedoch ließen sich bei frühzeitigem Einsatz geeigneter Maßnahmen diese Schädlinge ganz gut behandeln. Anders heute: der Buchsbaumzünsler hat schon viele Buchsbestände vernichtet. Der vor wenigen Jahren aus Asien eingeschleppte Buchsbaumzünszler breitet sich rasant aus. „Er ist ein gefürchteter Schädling“, meinte Mariele Brunner. Vermutlich wurde der Buchsbaumzünsler aus Ostasien über ein Containerschiff mit Pflanzen aus China und Korea eingeschleppt. Der ursprünglich aus Ostasien stammende Buchsbaumzünsler wurde erstmals im Frühjahr 2006 in Deutschland bemerkt. In den folgenden Jahren kam der Schädling auch in den Niederlanden, der Schweiz, Österreich, Frankreich und Großbritannien vor, auch in Ungarn, Belgien, der Türkei, Slowakei und in Rumänien wurden Befälle gemeldet.

Der Zünsler kam vermutlich über ein Containerschiff aus Asien. Nun schädigt die Raupe die Buchsbäume. (Foto: A. Schwarzmeier)

Die Schäden, die durch ihn verursacht wurden seien nicht nur wirtschaftlich enorm sondern auch eine emotionale Belastung für die Gartenbesitzer. Den Buchsbaumzünsler kann man meist ab Mitte März bis Anfang April bemerken. Die Raupen überwintern in einem Gespinst zwischen den Blättern oder in benachbarten Ritzen. Der Befall ist anfangs nur schwer zu bemerken, denn die grünen, etwa fünf Zentimeter langen Raupen fressen sich tief im Inneren des Gehölzes satt. Der Zünsler frisst sich also von innen nach außen durch den dichten Bewuchs. Deshalb fallen Fraßschäden erst relativ spät auf. Die Raupen weisen weiße Borsten und eine schwarze Kopfkapsel auf. Die Raupen befinden sich vorwiegend im Pflanzeninneren und sind aufgrund der guten Tarnung schwer zu entdecken. Der erwachsene Falter ist meistens weiß mit breitem schwarzem Flügelrand. Er ist aber während seiner kurzen Lebensdauer von etwa acht Tagen in der Regel an anderen Pflanzenarten zu finden und sucht Buchspflanzen zur Eiablage auf. Die blassgelben und linsenförmigen Eier sind vor allen an der Unterseite der äußeren Blätter des Gewächses zu finden.

Mit Buchsbaumhecken lassen sich Gartenräume ansprechend gestalten. (Foto: A. Schwarzmeier)

Liegen die Temperaturen konstant über sieben Grad Celsius schlüpfen nach etwa drei Tagen die Raupen des Buchsbaumzünslers aus den Eiern. Diese durchlaufen dann in etwa zehn Wochen sieben Larvenstadien. Bei Temperaturen über 20 Grad Celsius beschleunigt sich die Entwicklung der Raupen. Nach dem Durchlaufen der Larvenstadien verpuppen sich die Raupen in Kokons. Nach etwa einer Woche schlüpfen die Falter. Die Lebenszeit der nachtaktiven Falter beträgt bis zu neun Tagen, in denen sie durch die Eiablage maßgeblich für die Verbreitung des Buchsbaumzünslers verantwortlich sind. So kann ein Falter bis zu 150 Eier ablegen. Es werden mindestens zwei, meistens drei Generationen ausgebildet. Die jungen Schmetterlingsraupen verursachen am Busch Schabefraß, die älteren Raupen fressen die Triebe ab bis hin zum Kahlfraß. Schließlich wird auch noch die grüne Rinde der Zweige bis auf das Holz herunter gefressen. Alle Pflanzenteile über diesen Fraßstellen sterben dann ab.

Der Buchsbaumzünsler hat in der Region kaum Feinde. (Foto: A. Schwarzmeier)

„Die Raupen können bis zu fünf Zentimeter groß werden. Die Raupe ist grün mit schwarzen Punkten“, so Brunner. Befallene Pflanzen sehen meist beige-gelblich aus, haben kaum noch Blätter und sind häufig von den Raupen eingesponnen. Optimale Bedingungen zur Entwicklung findet der Buchsbaumzünsler bei Temperaturen zwischen 18 und 30 Grad Celsius vor. Dann verbreitet sich der Schädling besonders schnell. Dies erschwert zudem die Bekämpfung des Zünslers. „Die Raupen haben so gut wie keine natürlichen Feinde“, erklärt Mariele Brunner. Die Vogelwelt ist beim Zünsler noch nicht so recht auf den Geschmack gekommen.

Der Buchsbaumzünsler vermehrt sich rasant schnell und breitet sich über die Gärten aus. (Foto: A. Schwarzmeier)

Wie kommt der Gärtner nun dem Buchsbaumzünsler bei? Mariele Brunner rät: „ Kontrollieren sie sorgfältig die Pflanzen, auch im Inneren.“ Meisten beginnt der Befall an den unteren Ästen des Buchsbaumes. Anfangs sind die Schäden gering und erst bei genauer Betrachtung festzustellen. Bei fortschreitendem Befall wird das Innere der Pflanze geschädigt. Nach und nach erreicht der Schädling die Außenbereiche der Pflanze. Nun ist der Befall deutlich zu sehen. Der Buchsbaumzünsler könne sich auch durch den Pflanzenhandel ausbreiten. Deshalb sei es ratsam Buchsbäume vor dem Kauf auf den Schädlingsbefall zu inspizieren. Auch verbreitet sich der Schädling gerne über Häckselplätze. Zur Bekämpfung des Schädlings zeige der Einsatz dafür zugelassener Pflanzenschutzmittel eine gute Wirkung. Es ist beim Einsatz auf eine gleichmäßige Benetzung der gesamten Buchspflanzen, auch im Innern der Büsche erforderlich.

Der Buchs hat eine Geschichte, die bis auf 1500 Jahre zurückgeht. (Foto: A. Schwarzmeier)

Gibt es auch Hausmittel die helfen? Ist ein Buchs mäßig betroffen, können die Raupen mit der Hand abgesammelt und die Gespinste herausgeschnitten werden. Auch habe sich das Abspritzen der Pflanze mit einem harten Wasserstrahl bewährt. Manche Gärtner schwören auf ein Hausmittel: Dazu wird ein Drittel Wasser mit jeweils einem Drittel Öl und Essig gemischt. Unter die Pflanze werden Plastikplanen gelegt. Nachdem der Buchs mit diesem Gemisch eingesprüht ist, lassen sich die Raupen sammeln. Anschließend muss die Pflanze mit Wasser abgesprüht werden. Gärtner verwenden auch natürliche Wirkstoffe wie Neem-Öl, andere streuen Kaffeesatz in die Büsche. Der Buchs soll geschnitten werden von A bis A, also von April bis August. Wenn der Buchs nun geschnitten wird,  rät Mariele Brunner, das Schnittgut nicht zu kompostieren sondern zu verbrennen. Ebenso sollten von dem Schädling betroffene Pflanzen verbrannt oder entsorgt werden. Jetzt, im Juni, schlüpft die nächste Generation des berüchtigten Buchsbaumzünslers. Nun dürfen die Gärtner die Hoffnung nicht aufgeben und sich der Verantwortung und der Herausforderung stellen. Ist ein Buchsbaum einmal befallen, könne sich dieser durchaus wieder erholen. Wichtig sei es, einen erneuten Befall mit dem Buchsbaumzünsler auf alle Fälle zu vermeiden.

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.