Dorferneuerung: Private Fördermöglichkeiten

Das Amt für Ländliche Entwicklung Niederbayern informiert alle Grundstückseigentümer und Erbbauberechtigten in der Dorferneuerung Zeholfing/Kleegarten/Poldering über Möglichkeiten der Privatförderung in der Dorferneuerung. Franz Eder vom ALE ist der Ansprechpartner.

Von Andrea Schwarzmeier

Die Dörfer als eigenständige Wohn-, Arbeits- Sozial- und Kulturräume attraktiv zu erhalten und den heimatlichen Lebensraum zu stärken ist unter anderem ein Ziel einer Dorferneuerung. Um vitale Dörfer und Gemeinden entwickeln zu können, dafür gibt es das Instrument der Dorferneuerung. „Doch eine Dorferneuerung ist mehr als nur die Erneuerung von Straßen und markanten Plätzen. Der weitaus größere Teil im Dorf ist im Privatbesitz“, erklärte Franz Eder. Er informierte die Teilnehmergemeinschaft über die aktuellen Privatfördermöglichkeiten im Rahmen des Dorfentwicklungsprogramms. „Dies ist eine Top Adresse, wenn man nun am Haus oder im Hof etwas erneuern möchte“, so der Referent. Franz Eder ist am ALE im Sachgebiet Dorferneuerungsprogramm ausschließlich für die Privatförderung der Dorferneuerung zuständig.

Franz Eder vom Amt für Ländliche Entwicklung ist der Ansprechpartner für die Privatförderung. (Foto: Schwarzmeier)

So stehe jede Dorferneuerung auf zwei Säulen: Zum einen gäbe es die öffentlichen Maßnahmen zu denen Dorfstraßen oder Gehwege, markante Plätze, Gebäude mit gemeinschaftlicher Nutzung und öffentliches Grün gefördert wird. Zum anderen gäbe es die privaten Maßnahmen die Gebäude, Vorbereiche und Hofflächen einschließen. Um die bauliche Entwicklung im Dorf anzuregen gibt es finanzielle Anreizprogramm für private Maßnahmen. Um in den Genuss von Förderungen zu kommen, müsse ein Antrag gestellt werden. Eder erklärte: „Jedoch ist nicht alles förderfähig“. Die Gelder, die in die Privatförderung fließen, stammen aus einem extra Fördertopf. „Die Gelder für die Privatförderung gibt es zusätzlich zur öffentlichen Förderung. Ebenso erfolgt die Privatförderung ohne Zuzahlung der Gemeinde“, sagte Eder. Er erläuterte, dass in den letzten Jahren im Durchschnitt acht bis zehn Millionen Euro in Bayern , davon knapp eine Million Euro in Niederbayern für die Privatförderung ausgezahlt worden ist.

Zur Privatförderung für die Dorferneuerung Zeholfing/Kleegarten/Poldering steht ein extra Fördertopf zur Verfügung. (Foto: A. Schwarzmeier)

Fördermöglichkeiten gibt es für die dörflich-ländliche Bausubstanz. Dazu zählen dorfgerechte Baumaßnahmen an bestehenden Wohn-, Wirtschafts- und Nebengebäuden, in Ausnahmefällen auch für dorfgerechte Ersatz- und Neubauten, nicht jedoch in Wirtschaftsteil von Landwirtschaft, Handwerk und Gewerben. Gegebenenfalls wird auch ein Gebäudeabbruch inklusive der Entsorgung bezuschusst.

Um die bauliche Entwicklung im Dorf anzuregen, gibt es finanzielle Anreizprogramm für private Maßnahmen. (Foto: A. Schwarzmeier)

Gefördert werden kann auch eine Umnutzung und Wiedernutzung von Gebäuden. Gefördert werden 20 bis maximal 30 Prozent der Kosten, höchstens jedoch 30.000 Euro je Anwesen. Fördermöglichkeiten gibt es zudem für Denkmalgeschützte Gebäude. „Hierunter fallen dorfgerechte Baumaßnahmen an ortsplanerisch, kulturhistorisch oder denkmalpflegerisch besonders wertvollen Gebäuden“, so Eder. In diesem Falle können 30 bis 50 Prozent, maximal 60 Prozent der Kosten, höchstens jedoch 60. 000 Euro pro Anwesen gefördert werden. Fördermöglichkeiten gäbe es für dorfgerechte Gestaltung von Vorbereichs- und Hofräumen. Hier können 20 bis maximal 30 Prozent der Kosten, höchstens jedoch 10. 000 Euro pro Anwesend förderfähig sein. „Es stellt sich die Frage, was ist dorfgerecht?“, meinte der Fachmann vom ALE. So habe das Amt für Ländliche Entwicklung Gestaltungsleitlinien entworfen, die für ganz Niederbayern gültig sind.

Fördermöglichkeiten gibt es für Vorbereiche und Hofräume.

Eder erklärte die Einschränkungen, die gelten. So sei das Verfahrensgebiet nicht zugleich Fördergebiet. Bisher galt, das die Förderung nicht in reinen Wohngebieten gilt. Nun werden ältere Siedlungen gegebenenfalls mit gehobenem gestalterischen Anspruch gefördert. Es gilt folgende Regelung: Baujahr vor 1960 – hier ist in der Regel Förderung möglich. Bei von Baujahr von 1960 bis 1990 ist eine Förderung bei wesentlicher gestalterischer Verbesserung möglich. Ab Baujahr 1990 ist eine Förderung vom Einzelfall abhängig. Bei 1960er/70er/80er Jahre-Häuser wird eine Förderung nur dann gewährt, wenn dabei gestalterische oder energetische Verbesserung erreicht wird, wenn Leerstände beseitigt oder vermieden werden oder altersgerechte Umbaumaßnahmen vorgenommen werden. Förderung ist auch bei Vorbereichs- und Hofräumen möglich, wenn sie öffentlich wirksam sind. Eine Ausnahme ist für Innenräume möglich. Maßnahmen können gefördert werden bei einer Dacherneuerung mit Wärmedämmung, bei Fenster- und Haustürerneuerung, bei einer Verbesserung der Neugestaltung einer Fassade inklusive Energiesparmaßnahmen zum Beispiel einer Wärmedämmung. Franz Eder erklärte, dass der Höchstfördersatz nur in Ausnahmefällen gewährt wird. Bei Förderung durch andere Programme könne sich der Fördersatz verringern. Eine Fördergenehmigung ersetzt nicht die Baugenehmigung. Bei einer Heizungserneuerung werden nur Maßnahmen zur Energieverteilung im Haus, also keine Energieerzeugungs- und Energiespeicheranlagen gefördert. Ein weiterer Punkt ist die Heizungserneuerung nur in Verbindung mit gestalterischer Verbesserung der Fassade. Ausnahmen bildet die Wiederbelebung leerstehender Bausubstanz.

Auch Zäune gehören zur Vorbereichsgestaltung und können somit gefördert werden. (Foto: Schwarzmeier)

Bezuschusst werden können auch Ersatzbauten an gleicher Stelle, mit gleicher Nutzung, mit gleicher Giebelrichtung und in gleicher Bauweise. Neubauten nur in Ausnahmefällen, im alten Ortskern, bei sinnvoller und gestalterisch gelungener Einbindung in die Nachbarbebauung. Eine Bedingungen in allen Förderbereichen sei, so Eder, eine wesentliche gestalterische Verbesserung. Die Höchstförderbeträge pro Anwesen betragen 30.000 Euro für Wohn- und Wirtschaftsgebäude, 10.000 Euro für Vorbereichsgestaltung oder 60.000 Euro für Wohn- und Wirtschaftsgebäude und 10.000 Euro für Vorbereichsgestaltung. Franz Eder informierte, dass auch eine mehrmalige Antragsstellung möglich ist. Die Anträge seien nicht personen- sondern objektbezogen. Nicht gefördert werden reine Unterhaltungsmaßnahmen ohne gestalterische Verbesserung, Eigenleistungen, Rabatte, Skonti, Mehrwertsteuer, behördliche Gebühren, auch nicht Maßnahmen, die zu einer Förderung von unter 1.000 Euro Förderbetrag führen. (Bagatellgrenze). Nicht gefördert werden regionsuntypische Bauelemente und Planungskosten.

Mit Hilfe der privaten Fördermaßnahmen können Vorbereiche verschönert werden. (Foto: A. Schwarzmeier)

Der Ablauf, um zu einer Förderung zu gelangen: Als erste muss beim ALE ein Antrag gestellt werden mit Bauplänen, Skizzen, Lageplan, Kostenangeboten und mit Fotos vom alten Zustand. Dann erfolgt eine Bauberatung durch das Sachgebiet Dorferneuerung am ALE. Eine Baufreigabe wird schriftlich vom ALE erteilt. Die Bauausführung erfolgt nach dem Beratervorschlag oder den Auflagen. Abweichungen sind vorher vom ALE zu genehmigen. Dann erfolgt eine Einreichung der Rechnungen, die vom ALE geprüft werden. Das ALE legt den Förderbetrag fest und teilt ihn mit. Am Ende steht dann die Zuschussbewilligung. Nach der Mittelzuweisung an das ALE folgt der Bewilligungsbescheid und die Auszahlung. Franz Eder erläuterte, dass auch eine Förderung von Kleinstunternehmen der Grundversorgung, wie Bäcker, Metzger und Wirte und andere möglich ist.

Tipp: Informationen zur Privatförderung sind bei Franz Eder am Amt für Ländliche Entwicklung Niederbayern in Landau unter der Telefonnummer: 09951/940-139 erhältlich oder unter FranzXEder@ale-nb.bayern.de erhältlich.

 

 

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.