Oberbayern: Das Blaue Land – eine geheimnisvolle Region

Blaues Land. Blaue Seen. Blaue Berge. Blauer Himmel. Wir fahren ins Blaue Land, ins oberbayerische Voralpenland rund um den Staffelsee.  Das Blaue Land liegt zwischen Murnau und Kochel. Es ist ein Landstrich, der seinem Namen dem Maler Franz Marc verdankt. Einige der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Bayerns sind in nächster Nähe.

Von Andrea Schwarzmeier

Mächtige Berge ragen in der Ferne auf, dazwischen liegen Seen, die in magisches Licht getaucht sind. Die Menschen sind bodenständig, lebenslustig und weltoffen, sind heimatverbunden und tolerant. Hier im Blauen Land war seit jeher ein wichtiger Knotenpunkt ehemaliger Handelsstraßen und ein Zufluchtsort. Die Region ist ein Platz für Schöngeister. Ob Maler, Schriftsteller oder Musiker, aller fanden sie hier Heimat.

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Der Staffelsee – ruhig und beschaulich liegt er zwischen blauen Bergen und sanften Hügeln. (Foto: Andrea Schwarzmeier)

Im Blauen Land bilden die Gebirgszüge des Wettersteins, die Zugspitze, die Ammergauer Alpen, das Estergebirge und die Kocheler Berge eine traumhafte Kulisse. Das Blaue Land ist nur 67 Kilometer von München und 25 Kilometer von Garmisch-Partenkirchen entfernt. Zudem besitzt Murnau einen eigenen Bahnhof direkt an der Bahnstrecke München-Garmisch-Partenkirchen. Stündlich gehen die Züge von München aus in Richtung Blaues Land.

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Das Blaue Land – die Region zwischen Murnau und Kochel. (Foto: Andrea Schwarzmeier)

Wir reisen mit dem Auto und Hund Sammy an. Unser Ziel ist Seehausen am Staffelsee. Ich bin begeistert von dieser einzigartigen Landschaft: blauer Himmel, blaue Seen, blaue Berge. Auch Künstler wie Franz Marc, Wassily Kandinsky, Gabriele Münter waren von den Bergen und Seen begeistert. Die Lieblingsfarbe des Malers Franz Marc war die Farbe blau. Er schuf die berühmten „Blauen Pferde“.  Die Maler des „Blauen Reiters“ schrieben hier Kunstgeschichte, der Jugendstil-Architekt Emanuel von Seidl verschönerte das Ortsbild der Gemeinde Murnau und der Autor, der Dramatiker Ödön von Horváth verfasste hier Weltliteratur. Künstler, Geistliche und Bauern haben das Bild des Blauen Landes in den letzten Jahrhunderten geprägt.

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Bäuerlich geprägte oberbayerische Landschaft im Blauen Land. (Foto: Andrea Schwarzmeier)

Die Berg- und Seenlandschaft, die intakte Natur mit dem Murnauer Moos, sowie Kunst und Kultur verschmelzen im Blauen Land zu einer harmonischen Einheit. Das Blaue Land zieht auch heute noch viele Erholungsuchende und Reisende an, so auch Helmut und mich. Bayerische Gastlichkeit, die Offenheit der Menschen, die Kunst und Kultur, sowie das alte Brauchtum – im Blauen Land ist dies alles zu finden. Im übrigen ist das Blaue Land ein Muss für Naturliebhaber und Kunstfreunde. Diese faszinierende Landschaft mit dem größten Alperandmoor in ganz Mitteleuropa, dem „Murnauer Moos“ ist einmalig in den Alpen. Das Murnauer Moos dehnt sich südlich von Murnau bis nach Eschenlohe aus. In westlicher Richtung reicht es bis nach Grafenaschau. Seltene Tier- und Pflanzenwelt ist hier zu finden, ebenso das größte Vogelbrutgebiet Süddeutschlands.

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Im Murnauer Moos finden viele seltene Pflanzen und Tiere Heimat. (Foto: Andrea Schwarzmeier)

Zahlreiche Wander- und Spazierwege laden ein, das Blaue Land zu entdecken. Ob ein gemütlicher Rundweg im Moor oder eine anspruchsvolle Bergtour, hier kommt jeder Sportliebhaber auf seine Kosten. Ob man zu Fuß oder mit dem Rad im Kocheler oder Murnauer Moos unterwegs ist, immer hat man eine Traumkulisse der bayerischen Alpen vor Augen oder man kann den Blick auf die Zugspitze werfen.

Helmut, Sammy und ich wandern und lassen unsere Seele baumeln. Wir atmen den Duft der Streuwiesen ein. Wir kühlen unsere Füße im warmen Badeseen und kehren in Biergärten von urigen Gasthäusern ein. Da gibt es Plätze, die uns zum Staunen bringen. Unvergesslich sind unsere Blicke auf das Moor, die Seen und Berge. Da ist die Blütenpracht in den Gärten der Gemeinden Uffing, Riegsee, Seehausen, Eglfing, Großweil oder Ohlstadt, die Natur des Murnauer Mooses, die Spiegelungen der Berge im See oder die Stille im Ramsachkircherl. Die kleine barocke Kirche im Murnauer Moos ist dem heiligen Georg geweiht. Ihre Gründung soll bis ins 8. Jahrhundert zurückreichen. Eine Eisenglocke aus dem 6. Jahrhundert, die sich in der Kapelle befindet, soll von schottischen Mönchen ins Land gebracht worden sein. Die Eisenglocke ist die ältesten Kirchenglocke in ganz Europa.

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Die Geranien blühen vor den Fenstern. (Foto: Andrea Schwarzmeier)

Zu besichtigen ist in Murnau auch das Münter-Haus von 1909, das wieder in seinen ursprünglichen Zustand versetzt wurde. Dieses Münter-Haus ist zu einem Anziehungspunkt für alle Kunstliebhaber geworden. In diesem Haus lebte Gabriele Münter bis 1914 mit Wassily Kandinsky und später mit Johanes Eichner bis zu ihrem Tode im Jahr 1962. Im Schlossmuseum Murnau ist die größte Sammlung von Münter-Bilder zu sehen.

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Ein Fenster-Blick ins Blaue Land. (Foto: Andrea Schwarzmeier)

Wir genießen die Tage rund um den Staffelsee, denn ein Urlaub im Land des „Blauen Reiters“ sind sonnengefüllte Tage zwischen Kunst, Kultur, Natur und Ankommen bei sich.

(Fotos: Andrea Schwarzmeier)

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