Gartengeheimnisse: Wenn der Lavendel blüht

Immer wenn ich den Duft von Lavendel in meinem Garten rieche, fühle ich mich nach Südfrankreich versetzt. Mit meinen Lavendelpflanzen hole ich mir den Duft der Provence in meinen Garten. Die violette Duftpflanze symbolisiert Sommer, mediterranes Flair und Sinnlichkeit. Der Lavendel weckt Erinnerungen an den Urlaub in Südfrankreich. Der Zwergstrauch gedeiht prächtig im Garten. Er verträgt Trockenheit und auch sandigen Boden. Mein Lavendel lädt zum Träumen ein.

Von Andrea Schwarzmeier

Es ist ein Fest für Augen und für die Sinne, wenn in meinem Garten der Lavendel blüht. Dabei sind die Blüten des Lavendels nicht einfach nur violett, nein, sie leuchten in allen möglichen Blau-Schattierungen. In Südfrankreich sind die Felder im Hochsommer in ein lilafarbenes Blütenmeer getaucht. Doch auch im niederbayerischen Garten gedeiht die Lavendelpflanze. Das ätherische Kraut wird als Gartenpflanze immer beliebter. Zudem schmückt der Lavendel über eine lange Zeit bis lange in den Spätsommer hinein mein Blumenbeet.

Der Lavendel ist ein Fest für Augen und Sinne. In seinem Meer aus Gerüchen und Farben begeistert er jeden Gartenbesitzer. Von der Duftpflanze gibt es robuste und winterharte Arten. Der Lavendel ist ursprünglich eine mediterrane Pflanze. Er wurde trotzdem schon früh in England kultiviert und angebaut. Seit jeher wurde der Duft der Lavendelblüte zur Linderung von Migräne verwendet. Es gibt weit über hundert verschiedene Arten des echten Lavendels, die sich in der Blütenfarbe, dem Wuchs und den Blüten unterscheiden. In meinem Garten hielten Lavendelpflanzen Einzug, die lange, kalte Winter und kühle, Regnerische Sommer verzeihen. Es gibt klein bleibende und langsam wachsende Sorten, aber auch Lavendel der weiß oder rosa blüht.

Eine Lavendelpflanze kann an die 20 Jahre alt werden. Ob in der Gartenerde oder auch im Blumentopf, immer braucht der Lavendel einen trockenen und sonnigen Standort mit durchlässigen, nährstoffarmen Boden, am besten eine windgeschützte Südseite. Auch eine Mauer bietet der Pflanze Schutz. Am liebsten mag der Lavendel ein Gemisch aus zwei Dritteln Blumenerde und einem Drittel Sand und er mag keinen Dünger. Lavendel unter die Rosen gepflanzt, hält die Blattläuse fern. Der Lavendel gehört zur Familie der Lippenblütler. Er gehört zu den Halbsträuchern, weil er von unten her verholzt. Lavendel eignet sich vorzüglich als Beeteinfassung. Der Schopf-Lavendel dagegen ist sehr kälteempfindlich und muss im Winter unbedingt vor Frost geschützt werden.

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Ich liebe meine Lavendelpflanzen im Garten. (Foto: Andrea Schwarzmeier)

Der richtige Schnitt des Lavendels garantiert die Langlebigkeit

Am besten wird die Lavendelpflanze im Winter beschnitten. Es müssen dann verblühte Blüten entfernt werden. Ich achte beim Rückschnitt darauf, dass ich die Pflanze nicht zu radikal zurückschneide, denn die Pflanze braucht Laub als Winterschutz. Ich schneide meinen Lavendel, wenn im Frühjahr die frostigen Nächte vorbei sind, kurz zurück, etwas einen Zentimeter über den verholzten Ästen. Ich vermeide es, in die bereits verholzten Äste zu schneiden, denn dann treibt der Lavendel nicht mehr aus. Mit dieser Schnitttaktik wird meine Pflanze buschig und dicht. Im Juni, wenn der Lavendel schön blüht, schneide ich ihn ein zweites Mal zurück, etwas auf ein Drittel seiner Größe. Dieser Schnitt fällt mir immer besonders schwer, weil ich die schönen Blüten kappen muss, aber dieser Schnitt lässt den Lavendel im Herbst ein zweites Mal erblühen.

Lavendel lässt sich mit Setzlingen vermehren

Dafür schneide ich einen Trieb ohne Blüte ab und glätte den Schnitt mit einem Messer. Ich entferne die Blätter einige Zentimeter am Stengel. Ich achte darauf, dass der Steckling nicht so lange ist, denn die Kraft dieses Setzlings soll in die Wurzel gehen. Manchmal kürze ich auch das Kopfende des Stecklings. Der Steckling kommt in einen Blumentopf mit Anzuchterde. Er wird angegoßen. Nach einigen Wochen hat er Wurzeln ausgebildet.

Der Lavendel – der Duft der Provence

In der Provence befindet sich das weltweit größte Anbaugebiet von Lavendel. In Frankreich wächst der echte Lavendel in der Hochebene der Provence ab etwa 800 Metern höhe, der Lavadin wächst auf Höhen zwischen 200 und 500 Metern. In Coustellet im Département Vaucluse gibt es ein Lavendelmuseum, das Musée de la Lavande. Informationen zum Lavendelmuseum findet man unter www.museedelalavande.com.

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Schmetterlinge umschwirren den Lavendel. (Foto: Andrea Schwarzmeier)

Der Lavendel ist eine beliebte Heilpflanze

Ätherische Öle, die aus den frischen Lavendelblüten gewonnen werden, sowie getrocknete Lavendelblüten finden eine vielseitige Verwendung in der Heilkunde. Lavendel beruhigt, wirkt galletreibend und hab blähungswidrigen Eigenschaften. Vor allem werden Lavendelblüten bei innerer Unruhe, Erschöpfung, nervösen Beschwerden des Verdauungstraktes sowie Einschlafstörungen angewendet. Ein Lavendelsäckchen auf das Kopfkissen gelegt fördert das Einschlafen. Lavendel wird im Volksmund auch Nervenkräutel genannt.

Lavendelöl im Badewasser hat eine beruhigende Wirkung. (Achtung: Nie das Öl zum Wasser zugeben, denn dies reizt die Haut. Das Öl immer mit Sahne oder Kondensmilch mischen und dann als Badezusatz verwenden.) Schon die alten Römer sollen Lavendel als Badezusatz verwendet haben. Schmerzlindernd wirkt das Lavendelöl bei Rheuma. Auch verwende ich das Lavendelöl bei Insektenstichen, Hautabschürfungen oder Entzündungen. Es regt die Wundheilung an. Antibakteriell wirkt das Öl auch als Mundwasser verwendet.

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Der Lavendel holt einen Hauch der Provence in den heimischen Garten. (Foto: Andrea Schwarzmeier)

Ideen mit Lavendel

Mit meinen Lavendelblüten, die im Garten blühen fertige ich Seife, Kerzen, Duftsäckchen. Zudem wird der Lavendel bei mir auch in der Küche als Gewürz eingesetzt. Der Lavendel passt zum Verfeinern von Salz, zu Fleischgerichten oder als Deko für den Kuchen. Da der Duft der Blüte sehr intensiv ist, verwende ich den Lavendel sehr sparsam. Lavendel vertreibt auch Motten. Ein Lavendelkissen im Kleiderschrank sorgt für angenehmen Duft. Gerne trockne ich auch den Lavendel. Dann habe ich eine hübsche Deko für die kälteren Tage und bewahre mir diesen betörenden Sommerduft. Ich ernte die Pflanzen, bevor sie in voller Blüte stehen, weil dann die wertvollen ätherischen Öle erhalten bleiben. Kopfüber an einem luftigen, schattigen Platz kann ich die Lavendel-Sträußchen am besten trocknen. Auch ein Tee aus der Lavendel-Pflanze lässt sich zubereiten. Ich übergieße die Blüten mit heißem Wasser und lasse sie ziehen. Der Tee unterstützt die Funktion der Leben und Galle, zudem reinigt er die Mundhöhle und wirkt gegen Pilze und Bakterien. Er hilft auch gegen unreine Haut.

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Mein geliebter Lavendel. (Foto: Andrea Schwarzmeier)

Duftsäckchen gefüllt mit Lavendelblüten

Ich verwende für mein Duftsäckchen getrockneten Lavendel. Dieser bewahrt den Duft sehr lange und schimmelt nicht. Am besten ist ein Leinenstoff, aus dem das Säckchen genäht wird, weil Leinen weniger Feuchtigkeit anzieht, als Baumwollstoff. Das Säckchen kann immer wieder mit frisch getrockneten Lavendelblüten befüllt werden. Das Duftsäckchen im Kleiderschrank bewahrt vor Motten und Insekten aller Art. Der Duft des Lavendels hält mehrere Monate lang.

Lavendel in der Küche

Ich nutze den Lavendel in meiner Küche als Aromastoff bei unterschiedlichen Gerichten. Ich setzt ihn jedoch sparsam ein, da er sehr aromatisch ist. Ich gebe ein paar Lavendelblüten gerne zu Vanille-Eis. Frische Blüten über den Kuchen garniert, oder Lavendel in Marmeladen oder in Salaten ist immer wieder ein Hingucker.

Lavendel im Haushalt

Der Lavendel hat eine desinfizierende Wirkung. Manchmal gebe ich ein paar Tropfen Lavendelöl zum Waschmittel in die Waschmaschine oder in das Wischwasser für den Fußboden. Auch in der Duftlampe verbreitet der Lavendel einen angenehmen Geruch.

Lavendel- Kosmetik

Lavendel-Öl auf verbrannte Haut aufgetragen fördert den Heilungsprozess. In den kalten Tagen gebe ich gerne ein paar Tropfen Lavendelöl in zwei oder drei Töpfchen Kaffeesahne und setze alles dem Badewasser zu.

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