Social Travelling Milano: Eine Nacht in Claudias Loft

Auf unseren Weg an die Cote d´Azur wollen wir einen Rast in Milano einlegen. Helmut und ich wählen für eine Nacht eine Unterkunft über Airbnb. Airbnb ist ein Portal, auf dem Privatleute ihre Unterkünfte anbieten. Dieses Social Travelling macht es uns möglich, dass wir unser Urlaubsziel aus der Perspektive der Einheimischen erleben können. Wir sind in Milano für eine Nacht zu Gast in Claudias Loft.

Von Andrea Schwarzmeier

Mailand ist die zweitgrößte Stadt in Italien und zudem die Hauptstadt der Region Lombardei. In dem größte italienischen Ballungsraum, in dem rund 1,3 Millionen Menschen leben, wollen wir für eine Nacht bleiben. In Milano angekommen kontaktiert Helmut per sms unsere Gastgeberin Claudia, die wir über Airbnb gefunden haben.(www.airbnb.de).

Wir warten derweil im Innenhof des typischen Mailänder Hauses. Irgendwie sehen hier auf dem Naviglio Pavese die Häuser auf elegante Weise ramponiert aus. Unsere Wohnung befindet sich im ersten Stock eines typischen alten „ringhiera“ Gebäude. Helmut und ich suchen für eine Nacht das authentische milanesisches Leben.

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Für eine Nacht leben wir in einem typischen Gebäude in Milano. (Foto: Andrea Schwarzmeier)

Eine schwarze Vespa braust heran. Eine Frau nimmt ihren schwarzen Helm ab, und schüttelt ihre roten Haare.  Sie stellt sich uns als Fernsehjournalistin und unsere Gastgeberin Claudia vor. Derzeit schreibt Claudia gerade an einem Reiseführer über Mailand. Noch ehe ich die Wohnungsschlüssel ausgehändigt bekomme, weiß ich von Claudia, wo für das Abendessen das beste Restaurant ist, wie ich in nur 15 Minuten in das Zentrum von Mailand komme, wo man Designer-Klamotten kaufen kann und wo die nächste Straßenbahn ist.

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Blumen schmücken das offene Treppenhaus. (Foto: Andrea Schwarzmeier)

Nach über 600 Kilometern Autofahrt jedoch wollen wir endlich ankommen und uns ausruhen. Claudia zeigt mir ihren Loft, den sie immer wieder an Gäste aus aller Welt vermietet. Sie macht es, denn sie sucht den Kontakt zu den Menschen und holt sich aus diesen Begegnungen immer wieder Anregungen für ihre journalistische Arbeit, wie sie sagt. Claudia zeigt mir, wo die Töpfe stehen, wie ich die Fensterläden öffne, die Heizung einschalte und wo ich die Handtücher finde. So ganz nebenbei holt sie eine Karaffe aus dem Schrank und gießt die Blumen, die vor der Haustüre drapiert sind. An den Balkonen flattert die nasse Wäsche im Wind.

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Social Travelling ist up to date. Claudia vermietet uns ihren Loft. (Foto: Andrea Schwarzmeier)

Alles ist ganz easy. Wenn wir abreisen, sollen wir ihr eine kurze Nachricht hinterlassen, dann gäbe sie der Reinigungsfrau bescheid. Dann lässt sie uns alleine in ihrem Loft. Helmut bringt das Auto in eine bewachte Garage, die 200 Meter von der Wohnung entfernt ist, dann relaxen wir in Claudias Wohnung.Unser Auto wird ganz hinten im Gebäude geparkt, zwei Autos davor versperren jedem Langfinger die Möglichkeit, an unser Fahrzeug zu kommen. Wir lassen unsere Koffer und unser Gepäck im Auto. Ein Angestellter des Parkhauses bewacht nachts die Pkw´s. Für eine Nacht parken zahlen wir 20 Euro.

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In Claudias Küche bereiten wir uns ein Abendessen zu. (Foto: Andrea Schwarzmeier)

Die Wohnung liegt in einem typischen Mailänder Gebäude. Irgendwie ist hier die Gegend leicht heruntergekommen. In diesem Wohnviertel sind viele ältere Häuser mit Innenhöfen, ausgetretenen Terrazzoböden in dem offenen Treppenhaus, mit schweren Eisentoren, die knarren, wenn sie aufgesperrt werden. Im Innenhof wachsen Blumen vor sich hin, die Fassade bröckelt ab. Einige Weinranken verschlucken die Fensterläden. Ich schließe unsere hellblau gestrichene Wohnungstür auf.

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Wir verbringen eine Nacht in Claudias Loft. (Foto: Andrea Schwarzmeier)

40 Quadratmeter stehen uns für eine Nacht zur Verfügung. Der Loft ist hell mit vier hohen Fenstern. Die Fensterläden sind geschlossen, so bleibt der Straßenlärm draußen. Es gibt eine Küchenzeile mit allem was man zum Kochen benötigt, eine Couch, einen Esstisch, einen Schlafbereich sowie ein Badezimmer. Alles ist sauber und dies für 40 Euro pro Nacht.

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Für Helmut und mich eine interessante Erfahrung, einmal in einem alten Mailänder Haus zu wohnen. (Foto: Andrea Schwarzmeier)

Da stören uns die Geräusche der nur wenig Meter vom Gebäude entfernten Lokalbahn nicht. Zudem fährt die Bahn zwischen 24 Uhr und 6 Uhr früh nicht. Wir gehen früh schlafen. Morgen geht es an die azurblaue Küste. Am nächsten Morgen hole ich von Luca gleich um die Ecke Frühstück für zwei für acht Euro: Croissants, Orangensaft und Cappuccino. Wir packen Hund Sammy ins Auto und fahren weiter an die azurblaue Küste. 

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Nach der langen Autofahrt genießt Sammy einen Snack. (Foto: Andrea Schwarzmeier)

Eines steht für Helmut und mich fest: Wir sind froh, dass wir auf dem Lande in Zeholfing leben. Wir könnten und nicht vorstellen in so einer großen, lauten und hektischen Stadt wie Milano zu leben. 

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Ein typischer Innenhof in Mailand. (Foto: Andrea Schwarzmeier)

(Fotos: Andrea Schwarzmeier)

 

 

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