Cote d`Azur: “Will Dir den Frühling zeigen, der hundert Wunder hat”

“Will Dir den Frühling zeigen, der hundert Wunder hat” – so beginnt ein Gedicht für die erste Zeit des Jahres. Auch Helmut und ich sehnen uns nach der langen Zeit des Winters nach dem Frühling. Wir machen uns auf, dem Lenz entgegenzufahren. Wir suchen ihn an der azurblauen Mittelmeerküste in Frankreich. Über 900 Kilometer Autostraßen liegen vor uns. Unser erstes Ziel ist die Via Ascanio Sforza in Milano, dann geht es weiter Chemin de Terron, Nizza, Provence-Alpes-Cote d´Azur. Ein Routenbericht.

Von Andrea Schwarzmeier

Wir machen uns ausgeschlafen und gestärkt mit einem guten Frühstück um 7.18 Uhr von zuhause aus auf den Weg. 615 Kilometer bis zu unserem ersten Reiseziel Milano liegen vor uns. Mit dabei im vollbepackten Auto unser Hund Sammy. Die Schwäne an der Isar grüßen uns zum Abschied. Noch nie sind wir um diese Uhrzeit mit dem Auto in den Urlaub gestartet. Sind wir mit dem Pkw unterwegs bevorzugen wir Nachtfahrten. Trutzig wirft uns der Kirchturm zu Landau, der hoch auf dem Berg thront noch einen letzten Blick zu und wünscht uns eine gute Reise.

Ich habe immer eine Reiseritual, mit dem jede Reise beginnt. Ich werfe dem Himmel ein Stoßgebet zu und wünsche mir dass allen, den Daheimgebliebenen und uns Reisenden auf den Wegen nur das Beste geschieht. Helmut lenkt unseren Mazda auf die A 92 Richtung München. Zeholfing: 6 Grad Celsius. Bewölkt.

Den Tempomat rein und es geht los auf große Reise. Jetzt am Morgen sind schon viele Autofahrer auf der A 92 unterwegs. Wir sind gerade 91 Kilometer gefahren, als ich mich an meine erste Begegnung mit der französischen Rivera erinnere. Ich war damals gerade 17 Jahre alt geworden. Ich nahm an einer viertägigen “Kaffeefahrt” teil. Im Reisebus waren überwiegend ältere Herrschaften und wir vier Mädels. Ich erinnere mich an die Leichtigkeit, die uns damals umgab, an die vielen Eindrücke, die wir von dieser Reise mit nach Hause brachten, an dieses Gefühl von Sonne, Meer und Frühling – dies will ich nach vielen Jahren wieder finden.

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Eine über 600 Kilometer weite Etappe liegt vor uns. (Foto: Andrea Schwarzmeier)

Für Helmut und mich geht es weiter in Richtung Stuttgart, Augsburg, Lindau auf die A99. Es ist gerade einmal 8.23 Uhr, als ich erstmals ein Straßenschild mit der Aufschrift CH-Schweiz sehe. Die Richtung zu unserem Reiseziel stimmt also. Die Route führt uns Richtung Bodensee. Dann haben wir in ein paar Stunden vier Länder zu bereisen: Erst Deutschland, dann Österreich, die Schweiz, Italien – später dann Frankreich.

Nach zwei Stunden Fahrt legen wir eine erste Pause ein auf der Autobahnraststätte Kammlachtal-Nord. Sammy spielt auf einer Wiese mit seinem Ball. Die Wiesen tragen immer noch ein paar Schneefetzen. Dann geht es weiter in die Vierländerregion Bodensee. Von der Ferne leuchten schneebedeckte Hügel.

Für unsere Reiseroute müssen wir Straßenmaut bezahlen. Helmut hält an einer Vignetten-Verkaufsstelle. Wir benötigen eine Vignette für die Schweiz und zwei für Österreich. Wir sind insgesamt zehn Tage unterwegs und zahlen für die drei Vignetten insgesamt 58 Euro.

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Trutzig schmiegen sich in der Schweiz die Häuser an die Berge und Hänge. (Foto: Andrea Schwarzmeier)

 Nach etwa drei Stunden Autofahrt, es ist 10.17 Uhr  stehen wir beim Hohenems am Grenzübergang Österreich. Ein paar Meter weiter ist die Zollstation Diepoldsaus. Wir reisen ohne Probleme und ohne Passkontrolle in die Schweiz ein. Wir tuckeln durch Städtchen Diepoldsaus hindurch, über ein paar Kreisverkehre geht es dann auf die Autobahn Richtung Chur/Sargans. Weiter geht es Richtung San Bernardino-Pass. Schön und lieblich grüßt und die Schweiz. Die Häuser kleben an den Bergen. Wir haben gerade mal 4 Grad Celsius. Unsere Route führt uns weiter über den San Bernardino-Pass. Hier liegt Schnee. Bei einer Rast genießt es unser Hund Sammy im Schnee zu toben. Auch wir genießen diesen seltenen Schnee-Anblick. Die Sonne scheint bei 2 Grad Celsius.

Nachdem wir die Passstraße passiert haben führt und der Weg hinunter ins Tal. Vorbei geht es an Wasserfällen in Bellinzona, in der Region Laggo Maggiore blühen gelb die Forsythien. Die Sonne strahlt vom Himmel. Wir nähern uns Lugano und fahren entlang des Ufers des Luganer Sees. Hier hat es schon 10 Grad Celsius. Um 13.30 Uhr passieren wir die schweizerische Grenze Richtung Italien. Nun müssen wir wiederum Straßengebühren bezahlen: Für die Autostrade dei Laghi 2,20 Euro für die Tangenziale Ovest nach Mailand 1,70 Euro. Wir freuen uns trotzdem. Das Thermometer zeigt 15 Grad Celsius.

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Auf unserer Fahrt grüßt uns der Frühling mit blühenden Forsythienbüschen. (Foto: Andrea Schwarzmeier)

Wir nähern uns unserem Ziel: Milano. Sammy fiebt hinten in seinem Hundekäfig. Er liebt die Fahrt auf den Autobahnen. Das langsame Tempo in der verkehrsreichen Stadt Milano missfällt ihm. Dann sind wir angekommen in Milano, der ersten Station unserer Reise. Hier legen wir einen Zwischenstopp ein. Wir sind zu Gast im Loft der Fernsehjournalistin Claudia.

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Milano – das erste Ziel unserer Reise liegt vor uns. Wir verlassen die Autobahn. (Foto: Andrea Schwarzmeier)

(Fotos: Andrea Schwarzmeier)

 

 

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