Ägypten: Deir el-Bahari – der Tempel der Hatschepsut

Königin Hatschepsut war eine berühmte Frau auf dem Pharaonen-Thron. 22 Jahre lang blieb sie Regentin. Für “die Erste der vornehmen Frauen” wurde der Totentempel in Deir el-Bahari erbaut. Als Baumeisterin vollendete Hatschepsut diesen Tempel in 15-jähriger Bauzeit.

Von Andrea Schwarzmeier

Wer war diese Frau auf dem Thron der ägyptischen Pharaonen? Hatschepsut wurde als Königstochter von König Thutmosis I. und seiner Frau Ahmose um 1500 v. Chr. geboren. Hatschepsut stiegt von der Erbprinzessin zur Königsgemahlin, zur Regentin und zur Pharaonin von Ober- und Unterägypten auf. Hatschepsut und ihr Mann Thutmosis II hatten zwei Töchter. Mit seiner Nebenfrau Isis hatte Pharao Thutmosis einen Sohn. Nach dem Tod ihres Mannes übernahm Hatschepsut die Herrschaft für ihren Stiefsohn Thutmosis III, der damals drei bis vier Jahre alt war. So wurde sie eine der mächtigsten Frauen der damaligen Welt.

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Der Totentempel der Königin Hatschepsut. (Foto: Andrea Schwarzmeier)

Hatschepsut baute sich eine Grabstätte im Tal der Könige, den Tempel Deir el-Bahari. Dieser Terrassentempel ist ein weiteres Ziel auf unserer Reise-Etappe. Der Totentempel dieser bedeutenden Pharaonin ist ein einzigartiges und eigenwilliges Bauwerk. Vom Taltempel aus führen Terrassen hinauf zum Haupttempel. Auf der mittleren Terrasse liegt eine Halle, in der die göttliche Geburt und die Erwählung Hatschepsuts dargestellt wird. Auf der oberen Terrasse gibt es einen Säulenhof. Der Tempel steht vor der Felswand von Deir el-Bahari, nicht weit entfernt vom Tal der Könige in West-Theben.

Dieses Tal, in dem der Totentempel der Hatschepsut steht, galt im alten Ägypten als Schwelle oder Tor von Diesseits zum Jenseits. Forscher vermuten, dass in dem Tempel in früheren Zeiten die Götting Hathor verehrt wurde, die der Mythologie nach als Kuh aus dem Felsen gekommen ist. Hathor galt als Schutzheilige von Theben. Der Hatschepsut-Tempel ist nach Osten zum Karnak-Tempel ausgerichtet.

Der Tempel ist aus Kalkstein errichtet und wurde immer wieder erweitert, umgebaut und verändert. Heute übt dieses Bauwerk für viele Ägypten-Reisende eine große Anziehungskraft aus. Vom Busparkplatz aus muss jeder Besucher durch das Ticket-Office. Hier kann auch ein Modell des Tempels besichtigt werden. Dann geht es in den großen Vorhof. Von hier aus erkunden wir zu Fuß den großen antiken Hof und erklimmen die Terrassen.

Eine große Rampe führt von Terrasse zu Terrasse. Diese sind mit Säulen- Vorhallen gestaltet, die uns unter der ägyptischen Sonne etwas Schatten bescheren. Insgesamt gibt es drei Terrassenebenen. An den Innenwänden sind viele zum Teil noch farbliche Reliefs erhalten. Auf der zweiten Terrassenebene befindet sich die Hathorkapelle und eine Kapelle des Gottes Anubis, der Gott der Totenwelt und der Einbalsamierung. Dargestellt wird auch Hatschepsuts heilige Geburt sowie ihre Krönung durch die Götter. Leider dürfen die Besucher die inneren Räume der Kapelle nicht besuchen. Sie sind durch ein Gittertor verschlossen.

Über die Rampe gelangen wir ins dritte Stockwerk. Auf der mittleren Höhe in die Felswand führt das Allerheiligste. Auch dieses bleibt den Touristen verschlossen. Hatschepsut soll tief im Fels verborgen begraben sein. Nach ihrem Tod wurden die Andenken an die Königstochter Hatschepsut vernichtet. Ihr Name, ihr Leben und ihr wirken sollte für immer ausgelöscht werden, weil es vielen ihrer späteren Nachfolgern nicht passte, dass in der Tradition der ägyptischen Herrschaft eine Frau die Königswürde besaß.

Unter Königin Hatschepsut, setzten viele neue Entwicklungen ein. So wurden zu ihrer Zeit erste Schriften des Totenbuches auf Papyrus verfasst. Ihre Regierungszeit galt als blühende Epoche des Neuen Reiches.

(Fotos: Andrea Schwarzmeier)

 

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