Ein Frühlingsahnen in Poldering

Endlich ist der Frühling in Sicht. Kaum zeigen sich die wärmenden Strahlen der Frühlingssonne, da erheben auch schon die ersten Schneeglöckchen ihre Köpfe aus dem Boden. Alles blüht auf. In Poldering ist ein ganzer Hang voller Schneeglöckchen erblüht. Überall im Dorf sind derzeit die ersten Blütenwunder des Jahres zu entdecken. Frisches Grün und strahlendes Weiß – die Schneeglöckchen strecken vorwitzig ihre Blüten in die Frühlingsluft.

Von Andrea Schwarzmeier

Die Schneeglöckchen sind die Sendboten des Frühlings. Die Frühblüher strecken ihre Blütenköpfe auch dann in die Luft, wenn im Februar noch Schnee liegt. Diese Zwiebelzwerge erblühen derzeit im ganzen Dorf Poldering. Hänge, Gärten und Wiesen leuchten in weißer Blütenpracht. Wie aus dem Nichts breitet sich jedes Jahr im Frühling der weiße Teppich aus Schneeglöckchen aus. Diese ersten Blumen des Jahres läuten den Vorfrühling ein. Die frühblühenden Zwiebelpflanzen treiben aus, sobald es milde Tage gibt. Das Schneeglöckchen gehört zur Gattung Narzissengewächse. Die Blüte besitzt drei äußere und drei innere Blütenblätter. Diese inneren Blütenblätter tragen an der Spitze einen grünen Fleck. Dieses grüne Saft- und Duftmal dient nahrungssuchenden Insekten als Orientierung.Der botanische Name des Schneeglöckchens lautet Galanthus nivalis. Gala steht für Milch und anthos für Blüte – das Schneeglöckchen, die Milchblume. Das Wort nivalis kommt von dem lateinischen Wort nivis und bedeutet Schnee.

Blühende Schneeglöckchen-Wiesen in Poldering.

Blühende Schneeglöckchen-Wiesen in Poldering.

Vermehrungsstrategie

Schneeglöckchen bevorzugen Plätze mit feuchten, lockeren und humusreichen Boden. Dieser darf auch im Sommer nicht austrocknen. Ideal ist ein Standort zwischen Sträuchern, Gehölzen oder Bäumen. Jedoch ist den Frühblühern der Boden unter Nadelgehölzen zu sauer. Ameisen sorgen für die natürliche Vermehrung der Schneeglöckchen. Nach der Blüte platzt der Fruchtknoten auf, in dem sich die Samen befinden. Den nährstoffreichen Fortsatz dieser Samen bevorzugen die Ameisen als Nahrung. So verteilen die Ameisen die Samen. Durch Teilung der Horste oder durch das Säen lassen sich Schneeglöckchen vermehren. Zudem sind die Pflanzen wahre Überlebenskünstler. In ihren Zellen sind zuckerhaltige Stoffe eingelagert, die den Gefrierpunkt des Zellplasmas herabsetzen. Somit besitzen die Schneeglöckchen einen natürlichen Frostschutz für kalte Wintertage. Sind die Schneeglöckchen verblüht, ziehen sich die Blätter zurück. Die Blütezeit der Schneeglöckchen ist im Mai vorbei. Dann können die Schneeglöckchen-Plätze gemäht werden. 

Pflanzzeit

Frühblüher sollen im Herbst, am besten Ende September, gepflanzt werden. Beim Kauf der Zwiebeln muss darauf geachtet werden, dass diese nicht zu trocken sind, denn aus trockenen Zwiebeln gedeihen keine Pflanzen. Wer die Pflanzzeit im Herbst verpasst hat, kann dies auch im Frühling noch nachholen, wenn der Boden für ein paar Tage offen ist. Allerdings brauchen die Pflanzen länger, bis sie treiben. Die Zwiebeln der Schneeglöckchen werden doppelt so tief in die Erde gesetzt, wie sie groß sind. Um die Blumenzwiebeln vor Wühlmäusen zu schützen, kann man Pflanzkörbe verwenden, in denen die Zwiebeln in die Erde kommen. Eine schöne Wirkung zeigt sich, wenn Schneeglöckchen in größeren Gruppen gepflanzt werden. Man kann die Zwiebeln auch einfach auswerfen. Wo sie landen, werden sie eingepflanzt. Sie vermehren sich dann im Laufe der Jahre zu Blütenteppichen. Schneeglöckchen lassen sich auch wie Stauden teilen.

Schneeglöckchen sind giftig für Mensch und Tier

Alle Teile der Pflanze sind giftig, vor allem die Blumenzwiebel. Die Pflanze erhält verschiedene giftige Alkaloide. Diese können Vergiftungserscheinungen hervorrufen. Durchfall, Erbrechen, Benommenheit und Lähmungserscheinungen können auftreten. Die Schneeglöckchen sind auch giftig für Tiere wie Katze, Hund, Hasen, Kaninchen, Meerschweinchen und Hamster.

Ein Frühlingsahnen liegt in der Luft.

Schneeglöckchen sind giftig. 

Schneeglöckchen stehen unter Naturschutz

Die Schneeglöckchen dürfen nicht abgepflückt werden, da sie unter Naturschutz stehen. Oft werden die Schneeglöckchen mit den Märzenbecher verwechselt. Das Schneeglöckchen weist einen höheren Wuchs, grüngelbe Spitzen an den Blütenblättern und breitere Blätter auf. Es gibt 18 verschiedene Schneeglöckchen-Arten. Größere Schneeglöckchen-Bestände gibt es auch meist in der Nähe ehemaliger Klöster. Ursprünglich stammt die Pflanze aus Südosteuropa.

Schneeglöckchen sind giftig.

Ein Frühlingsahnen liegt in der Luft.

Schneeglöckchen und die Medizin

In der Homöopathie wird das Schneeglöckchen bei Herzleiden verwendet. In der Medizin wird sie gegen Alzheimer eingesetzt.

In Poldering läuten die Schneeglöckchen-Hänge und Gärten nun den Vorfrühling ein. Die Blumen verbreiten ein Frühlingsahnen und ein großes, hoffnungsvolles Versprechen auf den Frühling.

(Fotos: Andrea Schwarzmeier)

 

 

 

 

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