Rambazamba an der Katzenklappe

Unser Katzen-Mann Zwibal ist Freigänger. Er sorgt bei seinen Streifzügen durch Gärten, Wiesen und Felder für Ordnung. Regelmäßig entschwindet er durch die Katzenklappe hinaus ins Freie. Einziges Problem: Unser Hund Sammy passt nicht durch diese Katzenöffnung.

Von Andrea Schwarzmeier

So kommt es nun regelmäßig zum Rambazamba vor dieser Katzenklappe. Das funktioniert folgendermaßen: Zwibal geht raus. Hund Sammy bellt drinnen im Haus wie von tausend Bienen gestochen, weil er sich mit seinem wuchtigen Australien-Shepard-Körper nicht durch diese Öffnung zwängen kann. Einzig seine Nasenspitze guckt ins Freie.

Keine zwei Millimeter vor dieser Nasenspitze nimmt nun Kater Zwibal eine strategisch wichtige Position ein, ohne von dieser Stelle zu weichen. Und das oft stundenlang. Da könnte nun eine Armada von Feldmäusen vor meinem Kater tanzen, die Vögel neben ihm auf dem Rasen picknicken oder gar die Grashüpfer eine Party feiern. Zwibal ist wie zu einer Statue erstarrt.

Er verbringt nun seine Stunden damit, unserem Hund Sammy einen so großen Schaden wie möglich zuzufügen. An der Katzenklappe hasst sich Hund und Katz. Im Hause sind die beiden Tiere ein Herz und eine Seele. Sie liegen gemeinsam auf dem Sofa von Herrchen und Frauchen. Sie schlappern miteinander die Sahne aus dem Schüsselchen und teilen sich das Futter.

SammiiiDoch an dieser Klappe gibt es ständig Krieg. Draußen maunzt die Katze. Erst ganz zärtlich, dann immer lauter. Vor dieser Klappe breitete sich der Katzenjammer aus.

Zwibal wechselt zum Stakkato. Er legt immer mehr Dringlichkeit in seine Klage. Er steht kurz davor, das hohe C zu erreichen. Hund Sammy versucht derweil seine Nase, auf der mittlerweile die Katzenklappentür liegt, immer weiter ins Freie zu wuchten, bis er mit seinem Kopf in der Katzenklappe steckenbleibt.

Nun ist der Augenblick für meinen Kater gekommen. An dieser Klappe entlädt sich die gesamte Abneigung meines Katzenmannes Zwibel an unserem Hund Sammy. Der Zickenterror unter zwei Männern nimmt seinen Lauf.

Zwibal hatte nämlich herausgefunden, dass an der Katzenklappe unser Hund kein Durchkommen findet. Dies ermöglicht es Zwibal nun, seiner Hunde-Konkurrenz mächtig eins auszuwischen. Den Moment, in dem unser Kanide den Kopf durch die Klappe steckt, nutzt Kater Zwibal, um diesem jetzt relativ wehrlosen Opfer mit seinen Pfoten eins auf seine Nase zu schlagen. Zwibal führt diesen Schlag so richtig mit Schmackes aus, dass er mit einem jämmerlichen Hundegeheul belohnt wird. Ich wusste eigentlich dar nicht, dass Kater so triumphal gucken können. Die beiden Herren benehmen sich ganz und gar nicht gentlemen-like.

Kater Zwibal macht es sich im Blumentopf gemütlich.

Kater Zwibal macht es sich im Blumentopf gemütlich.

Wenn dann Zwibal von seinen Streifzügen heimkehrt, wartet Hund Sammy an der Klappe auf unseren Kater. Er verweigert dem Katzen-Mann fiepend den Zugang zu seinem eigenen Heim. Und dies mit einer Ausdauer die fast apokalyptische Ausmaße annimmt. Doch Intimfeinde her, Intimfeinde hin, irgendwann gelingt es Kater Zwibal dann doch durch die Katzenklappe und die vier Hundepfoten zu schlüpfen. Danach ist Zwibal so angefressen, dass er drei Stunden lang die Aufnahme jeglicher Nahrung verweigert und sich jammernd in den Blumentopf legt.  

Nun ist Hund Sammy zufrieden. Er legt sich neben den Kater, streckt sich und gähnt. Nach dem Nickerchen schlürft Sammy dem Kater Zwibal sabbernd mit seiner Zunge über das Katzen- Gesicht. Zwibal schnurrt zustimmend. Nun ist für Hund und Katz die Welt wieder in bester Ordnung.

(Fotos: Andrea Schwarzmeier)

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